Der ganzheitliche Blick auf Bewegung, Rücken und Verdauung beim Hund
Ein Hund zeigt deutliche Rückenschmerzen, wirkt im Gangbild steif oder fällt durch wiederkehrend verstopfte Analdrüsen auf. In der Praxis oder im Alltag fällt der Blick schnell rein auf die Wirbelsäule und die Rückenmuskulatur. Typische Maßnahmen lassen meist nicht lange auf sich warten: Gezielte Rückenübungen werden verordnet, Massagen angesetzt oder Schmerzmittel verabreicht. Doch die Annahme, der Rücken sei schlichtweg zu schwach und müsse vorrangig trainiert werden, greift in vielen Fällen zu kurz. Häufig liegt die eigentliche Ursache für Einschränkungen im Bewegungsapparat tiefer verborgen – genauer gesagt im Verdauungstrakt.
In diesem Webinar widmet sich Hundetherapeutin Viola Möhrle der tiefen Verbindung zwischen der Darmgesundheit und dem Bewegungsapparat des Hundes. Du erfährst im Detail, warum die Einbeziehung des Magen-Darm-Trakts für eine nachhaltige physiotherapeutische Arbeit unerlässlich ist und wie eng funktionelle Störungen im Bauchraum mit Problemen der Wirbelsäule verknüpft sind.
Warum Schmerzmittel und reines Muskeltraining nicht ausreichen
Es hält sich hartnäckig der Mythos, dass ein Hund, der gleichzeitig an Rückenbeschwerden und Durchfall leidet, über den Magen-Darm-Trakt lediglich das Signal gibt, Schmerzen zu haben – und dass eine Symptombekämpfung mittels Schmerzmittel die Lösung sei. Ein solcher Ansatz übersieht jedoch die physiologischen Zusammenhänge zwischen den Organen und den umliegenden Gewebestrukturen.
Wenn der Darm über längere Zeit in seiner Funktion beeinträchtigt ist, wirkt sich das direkt auf das Wohlbefinden und die Statik des gesamten Körpers aus. Anhand des Zusammenspiels von Darm-Hirn-Schranke und Schmerzgedächtnis wird deutlich, wie chronische Reize aus dem Verdauungstrakt das zentrale Nervensystem beeinflussen und dauerhafte Schutz- sowie Schonhaltungen hervorrufen können. Eine ganzheitliche Betrachtung hilft dir dabei, diese Signale richtig einzuordnen und festgefahrene Schmerzmuster zu durchbrechen.
Seminarinhalte im Detail
Ursachenforschung vs. reine Symptombekämpfung
- Die funktionelle Achse zwischen Darm und Wirbelsäule: Betrachten wir die neurologischen sowie faszialen Verbindungen zwischen dem Magen-Darm-Trakt und der Rückenmuskulatur genauer und analysieren gemeinsam, wie viszerale Beschwerden schmerzhafte Verspannungen entlang der Wirbelsäule auslösen.
- Diagnostische Körpersignale beim Hund richtig deuten: Welcher Zusammenhang besteht zwischen der Haltung im Gang, der Rutenhaltung und dem Zustand des Darms? Lerne, was Symptome wie das sogenannte „Schlittenfahren“, Verstopfung, Durchfall oder auffällige Rutensignale über das Befinden im Körperinneren verraten.
- Nährstoffaufnahme, Darmbarriere und Folgeerkrankungen im Bewegungsapparat: Der Darm filtert lebenswichtige Nährstoffe. Ist diese Filterfunktion über einen längeren Zeitraum gestört, fehlen dem Gewebe essenzielle Bausteine. Die Folgen sind nicht selten chronische Haltungsauffälligkeiten, Bewegungseinschränkungen und Elastizitätsverluste der Faszien.
- Ganzheitliche Behandlungs- und Therapieansätze in der Physiotherapie: Warum das reine Abarbeiten von Rückenübungen bei einem überlasteten Darm keinen nachhaltigen Erfolg bringt und wie Du Behandlungspläne so aufbaust, dass Organe und Bewegungsapparat gleichermaßen berücksichtigt werden.
- Darmperistaltik und Verdauungsförderung durch gezielte Bewegung: Bewegung stellt eine entscheidende Brücke zur körpereigenen Darmperistaltik dar. Du lernst gezielte, darmfördernde Übungen kennen, die die Eigenbewegung des Darms sanft anregen und die physiologische Aktivität des Magen-Darm-Trakts unterstützen.
- Hundeernährung, Ballaststoffe und Begleitmaßnahmen: Wie lässt sich die Darmgesundheit über die Nahrung positiv beeinflussen? Welchen Zweck erfüllen Ballaststoffe, Leinsamen oder Quark in der täglichen Fütterung und wie gelingt eine magenschonende Futterumstellung? Erfahre außerdem, wie Du Begleiterscheinungen mit passenden Nahrungsergänzungen, sanften Techniken und gezielten Übungen minimieren kannst.
- Ganzheitliche Betrachtung komplexer Krankheitsbilder: Bekannte und komplexe Beschwerdebilder wie verstopfte Analdrüsen, das Cauda-Equina-Syndrom sowie hartnäckige Rückenverspannungen werden im Rahmen des Webinars eingehend durchleuchtet und in den Kontext der Verdauung gestellt.
„Der Weg zur Gesundheit führt durch den Darm“
Stimmt die Basis im Verdauungssystem nicht, leidet der gesamte Organismus. Wenn die Darmbarriere geschwächt ist oder Entzündungsprozesse im Bauchraum schwelen, wirkt sich das direkt auf die Belastbarkeit von Muskeln, Bändern und Sehnen aus. Mit dem passenden Wissen um dieses Zusammenspiel erhältst Du praxiserprobte Behandlungsansätze an die Hand, um Hunde mit wiederkehrenden Rücken- oder Verdauungsproblemen noch gezielter zu unterstützen.
Unser Online-Seminar richtet sich an alle Tiertherapeuten, auch in Ausbildung die tiefere Einblicke in die Zusammenhänge von Bewegung, Wirbelsäule und Verdauung gewinnen möchten.
Unsere Dozentin
Hundetherapeutin Viola Möhrle nutzt in ihrer täglichen Arbeit moderne und flexible Betreuungsmöglichkeiten, um Hunde und ihre Halter bestmöglich zu begleiten. Ihr Fokus liegt darauf, Befundung und Therapieanleitung präzise umzusetzen, Haltern Sicherheit in der Ausführung zu vermitteln und so eine reibungslose, stressfreie Begleitung im häuslichen Umfeld sowie in der therapeutischen Praxis zu ermöglichen.
Organisatorisches & Aufzeichnung
Das Webinar wird aufgezeichnet und steht allen gebuchten Teilnehmern 14 Tage zur Verfügung. Du erhältst selbstverständlich eine Teilnahmebescheinigung. Alle deine Fragen werden direkt im Live-Termin beantwortet. Die 14-tägige Aufzeichnung steht als Selbstlernangebot (ohne nachträgliche Dozentenbetreuung) zur Verfügung. Bei Fragen zu Buchung oder Technik steht dir unser Support gerne bereit.
Fachlicher Austausch und Anmeldung
Wir freuen uns auf einen inspirierenden Abend und einen fachlich intensiven Austausch. Sichere dir jetzt deinen Platz für neue Impulse und praxiserprobte Strategien zur ganzheitlichen Patientenbetreuung in deiner Praxis.